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Im Jahr 1974 gab es in Deutschland 13 Spielcasinos. Zehn Jahre später ist die Zahl auf 27 gestiegen und heute gibt es über 50 große Spielcasinos in Deutschland. Aber nicht nur diese, sondern auch der einarmige Bandit in der Kneipe um die Ecke kann abhängig machen. In Deutschland werden allein an den Automaten pro Jahr rund 2,2 Milliarden Euro verspielt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 beteiligen sich mehr als die Hälfte der Deutschen an Glücksspielen. Rund 200.000 Personen gelten als abhängig.
Häufiges Spielen sowie eine ständige, gedankliche Beschäftigung mit dem Glücksspiel oder diversen Strategien zur Gewinnoptimierung können auf eine Spielsucht hinweisen. Wenn Versuche, nicht zu spielen, scheitern, hat sich eventuell bereits eine Abhängigkeit eingestellt. Oft wird versucht die Spielsucht vor Freunden, Partner und Familie zu verheimlichen. Durch finanzielle Probleme kommt die Abhängigkeit jedoch oft ans Licht.
Das Spielen löst im Anfangsstadium noch Erregung, Wohlbefinden und Euphorie aus. Der betroffene lässt sich voll und ganz auf das Spiel ein und kann somit eventuelle Probleme außerhalb des Casinos verdrängen. Es findet ein Kontrollverlust statt: der Betroffene hat das Gefühl, er hätte realistische Chancen große Gewinne zu erzielen. Verliert er, findet er schnell Ausreden, wieso er dieses Mal gescheitert ist.
Durch das Spielen kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Spielverhaltensweisen entwickeln eine Eigendynamik, es kommt zu einem inneren Drang. Oft betreten Betroffene bereits morgens das Spielcasino und verlassen es erst wieder wenn es schließt. Hieraus resultieren die Verluste sozialer Bindungen, sowie zwangsläufig irgendwann finanzielle Probleme. Die Verschuldung Spielsüchtiger erreicht nicht selten fünf- oder sechsstellige Beträge und manch ein Betroffener sieht sich sogar gezwungen illegal Geld zu erwerben um weiter spielen zu können. Er lebt dann in der ständigen Illusion, dass nur ein großer Gewinn ja ausreichend ist, um die entstandenen Schulden zu begleichen. Je mehr Verluste er jedoch erleidet, desto mehr muss er spielen, da er ja auf einen Gewinn wartet: ein Teufelskreis entsteht.
Zum Höhepunkt der Spielsucht gehört unter anderem der vollkommene Rückzug aus sozialen Gefügen, die ausschließliche Verwendung der vorhandenen Zeit auf das Spielen sowie große Verzweiflung, schlimmstenfalls gefolgt von Suizidversuchen.
Zur Behandlung der Glücksspielsucht ist die Einsicht, krank zu sein, eine wichtige Voraussetzung. Erst dann kann versucht werden durch die Behandlung eine dauerhafte Abstinenz zu erreichen. Wenn Fortschritte in Hinblick auf Einsicht und dem Willen nach Änderung gemacht wurden, kann eine Ursachenforschung beginnen.
Zur Information über Glücksspielsucht sollten Betroffene und Angehörige eine nahe gelegene Suchtberatungsstelle aufsuchen. Adressen gibt es in unserer Adressdatenbank.
Trotz der Berechtigung der europäischen Mitgliedsstaaten, die Ausübung von Glücksspiel zu begrenzen oder zu verbieten, gibt es in Deutschland einen Glücksspielboom. Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund 200.000 Menschen von der Glücksspielsucht betroffen, die Dunkelziffer ist hoch. Die Glücksspielsucht stellt ein noch relativ neues Krankheitsbild dar, doch angeblich kann man bereits sagen, dass vor allem Männer zwischen 18 und 35 Jahren betroffen sind.
Seit Anfang 2008 ist ein neuer Glücksspielvertrag in Kraft getreten, der in §11 vorsieht, dass die 16 Bundesländer die wissenschaftliche Forschung zur Vermeidung und Abwehr von Suchtgefahren durch das Glücksspiel sicherstellen müssen.
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