Arzneimittel-Mix kann Kokain-Abhängige heilen

Eine Kombination zweier Medikamente kann eine Kokain-Abhängigkeit einschränken. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher das College für Chirurgen und Ärzte der Universität Columbia gekommen. Um Abhängige von Kokain zu lösen, soll die Mischung von Topiramaten und Amphetaminen helfen. Topiramat wirkt prinzipiell als Arzneimittel gegen Epilepsie und Amphetamine gegen Hyperaktivität und ADHS. Nur in Zusammensetzung dieser zwei Mittel konnte eine effektive Behandlung gegen eine Kokain-Abhängigkeit festgestellt werden. Bei der 120 Tage langen Studie konnten die Betroffenen zwei Mal wahrscheinlicher drei Wochen durchgehend ohne die Droge bewältigen.

Behandlung abhängig von Konsum

"Prinzipiell verursacht Kokain keine körperliche, sondern eine psychische Abhängigkeit", erläutert Roland Reithofer, Geschäftsführer der Suchthilfe Wien. Dafür reichen die Behandlungen von ambulanten Therapien bis hin zu stationären Entzügen. Die Betroffenen von der Droge komplett abzubringen, hängt laut dem Experten von mehreren Faktoren ab.

"Es muss unterschieden werden, ob jemand Kokain zum Beispiel als Freizeitdroge einigermaßen kontrolliert und mit größerem Abstand oder vier Tage lang durchgehend zu sich nimmt", so Reithofer. Das Ausmaß und die Art des Konsums sei dabei ausschlaggebend und bestimme auch die Art der Therapie. "Es kommt auch darauf an, ob jemand rein Kokain zu sich nimmt oder einen Mischkonsum", führt der Spezialist aus.

Kauf am Schwarzmarkt wird reduziert

Die Auswirkungen von Kokain reichen von Herzrasen, Blutdruckproblemen und Depressionen bis hin zum Herzinfarkt bei einer Überdosis. Das gesamte Herz-Kreislauf-System wird dabei beeinträchtigt. Auch verursacht die Droge laut Reithofer ein starkes "Craving", also "Nachlege"-Bedürfnis.

Eine Substitution hätte bei illegalisierten Drogen den positiven Effekt, dass die Besorgung von Kokain am Schwarzmarkt und somit auch die Kriminalität reduziert würde, da das Arzneimittel vom Arzt verschreibbar wäre. Zusätzlich würden die Menschen an das Gesundheitssystem gebunden. Bei einer Abgabe von Amphetaminen an Kokainabhängige wären jedoch die Risiken und Gefahren von Amphetaminen zu berücksichtigen, die denen des Kokains ähnlich sind.

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Artikel vom 3. Dezember 2012

 

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