Entzug

Ein körperlicher Entzug entsteht wenn der Körper an ein Medikament oder eine Droge gewöhnt ist und diese plötzlich nicht mehr zugeführt wird. Dabei entsteht unabhängig von der Substanz ein ähnliches Bild, das sogenannte Entzugs-Syndrom.

Der Ausdruck Entzugserscheinung (auch Abstinenzerscheinung) bezeichnet die bei diesem Syndrom auftretenden Symptome d.h. physische und psychische Verhaltensweisen des Körpers, die auftreten, wenn der Körper bestimmte chemische Botenstoffe, von denen er abhängig ist, nicht (mehr) erhält bzw. selbst produziert.

Substanzen, bei deren Absetzen Entzugserscheinungen auftreten

Die wichtigsten Substanzen, bei deren Absetzen Entzugserscheinungen auftreten sind:

  • Alkohol: bei Alkoholikern der Glutamat-Haushalt gestört, so das der Glutamatspiegel nur stimmt, wenn der Abhängige regelmäßig Alkohol trinkt. Siehe auch: Alkoholkrankheit
  • Nikotin
  • Opioide z.B. Codein, Heroin, dabei hängt die Heftigkeit der Entzugserscheinugen nicht unbedingt von der Wirkstärke des Stoffes ab: Der Entzug von Codein zählt mit zu den langwierigen und schlimmsten Entzügen. Es ruft die gleichen Entzugssymptome wie ein Heroinentzug hervor.
  • Benzodiazepine

Bei welchen Gelegenheiten kann ein Entzug auftreten?

Nach Absetzen eines Medikaments kann es zu Absetzerscheinung kommen.

Freiwilliger Drogenentzug

Sofern der Entziehungswillige standhaft genug ist, kann versucht werden, täglich eine radikale und konsequente Dosisreduzierung durchzuführen. Allerdings ist auch die Reduzierung meist keine Hilfe, da sie fast immer in Rückfällen endet. Dennoch hat ein kalter Entzug die höchste Langzeiterfolgsrate. Einen plötzlichen Entzug nennt man bei Drogenabhängigkeit auch Totalentzug.

Symptome

Die folgenden Symptome können einzeln oder zusammen Anzeichen für einen Entzug sein. Physische Entzugserscheinungen sind etwa

  • Schwindel
  • Zittern (Tremor)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • Störung der Temperaturregulation
    • Frieren
    • Schwitzen, Schweißausbrüche
  • Schneller Herzschlag, (Tachykardie)
  • hoher Blutdruck (Hypertonie)
  • Gliederschmerzen (z.B. in Rücken o. Beinen)
  • Krämpfe

Psychische Erscheinungen sind z.B.

  • Nervosität
  • Depressionen
  • innere Unruhe, Schlafstörungen
  • aggressives Verhalten
  • Wahrnehmungsstörungen wie Halluzinationen oder ein Delirium
  • Bewusstseinsstörungen.

Dauer der Symptome

Ein so genannter kalter Heroinentzug, der ohne Verabreichnung medikamentöser Hilfen erlebt wird, erstreckt sich meist über etwa 14 Tage. Bei einem kalten Codeinentzug, dessen heftigste Auswirkungen zwar nach sechs bis acht Wochen überwunden scheinen, treten Entzugserscheinungen selbst nach bis zu acht Monaten in verschiedenen Symptomen immer wieder auf. Da bei jedem weiteren Entzug die Wahrnehmungsintensität der Schmerzen zunimmt, tritt häufig eine zunehmend stärkere Entzugsangst auf.

Pathophysiologie

Einer der Hauptursachen für Entzugserscheinungen bei Drogen ist die Verringerung des Niveaus des Botenstoffes Dopamin im Körper, der durch die Endorphin-ähnliche Wirkung vieler Drogen wie Nikotin oder Kokain hervorgerufen wird.

Medikamentöse Entzugsbehandlung

  • Um die Auswirkungen des körperlichen Entzuges abzumildern bzw. zu behandeln, hat man versucht mit Partiellen Opioid-Antagonisten die Opioid-Rezeptoren zu blocken: Methadon (Polamidon®), Nemexin, Subutex® (ein Buprenorphin-Präparat) Alle Opioide haben aber selbst ein Abhängigkeitspotential. Siehe Drogensubstitution
  • Durch die Anwendung sedierender Medikamente wie Benzodiazepine (Diazepam(Valium®), Bromazepam oder Flunitrazepam) kann sich die Abhängigkeit auf diese Substanzen verschieben oder es kommt zum sog. Beikonsum.
  • Der Opioid-Entzug kann so unangenehm sein, dass der Abhängige während des Entzuges anfängt, andere Drogen oder Medikamente zu konsumieren, wie z. B. Alkohol, Kokain oder Cannabis.
  • Eine schnelle und relativ schmerzfreie Form des Entzugs bietet möglicherweise das umstrittene Halluzinogen Ibogain.

Sonstige Entzugshilfen

  • Sport: Die beste, sicherlich aber auch schwerste Form einen dieser Entzüge kalt zu überstehen, ist eine Hilfe durch körpereigene Endorphine, die bei körperlicher Betätigung, insbesondere bei Ausdauersportarten, ausgeschüttet werden. Je nach körperlicher Konstitution und Dauer der Abhängigkeit des Betroffenen kann versucht werden, den Entzugserscheinungen sofort durch körpereigene Endorphinüberflutung entgegenzutreten.
  • Hilfreich, vielleicht sogar notwendig, können bei einem kalten Entzug die Zuführung von viel Flüssigkeit zum Beispiel in Form von nicht koffeinhaltigem Tee, die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen sein.

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subutex am 25. August 2010:
möchte gerne, dass der, das geschrieben hat, einen subutex entzug macht, dann noch sport dazu, nach schlaflosen nächten. ist nicht möglich, man ist wach im gehirn, alles zieht in einem, es geht mir sehr, sehr schlecht. also nicht auf subutex umsteigen, gibt genau so entzug wie heroin.

Peter Müller am 05. Juli 2010:
Klingt wie eine mal so eben zu machende Kiste. Opiatentzug? Pah, machen wir doch mit links. Ein bißchen Sport und hopps! Weg ist der Entzug. Hat das ein angehender Sporttherapeut verfasst der noch seinen Träumen von Weltverbesserung in nur 2 Wochen nachhängt? Sorry, soll wirklich keine Beleidigung sein. Klingt aber für Außenstehende so, als ob ein Opiatentzug mal eben so zu berwkstelligen sei.

 

 

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