Computerspiele-Sucht als psychische Erkrankung

In den USA ist eine neuerliche Debatte über die Sucht nach Computerspielen entbrannt. So sind sich die Experten weiterhin uneinig, ob exzessives Computerspielen in den Katalog klassischer Suchterkrankungen wie Alkoholismus oder Drogenmissbrauch aufgenommen werden soll. Im Rahmen einer Tagung der American Medical Association haben sich nun einige Ärzte und Suchtexperten gegen die sofortige Aufnahme der "Internet- und Spielesucht" in das Handbuch psychischer Störungen der American Psychiatric Association ausgesprochen. Gleichzeitig wurde die Wichtigkeit weiterer Forschungsaktivitäten in diesem Bereich betont.

"Aus unserer Sicht handelt es sich bei Computerspielesucht eindeutig um eine Suchterkrankung, die vergleichbare Verhaltensmuster, Abhängigkeitssymptome und Entzugserscheinungen hervorruft, wie wir sie von psychotropen Substanzen wie Alkohol oder anderen Drogen kennen" , meint Sabine Miriam Grüsser-Sinopoli, Leiterin der interdisziplinären Suchtforschungsgruppe Berlin (ISFB), im Interview. "Je mehr die virtuelle Welt für den Spieler an Attraktivität zunimmt und das Selbstwertgefühl steigert, desto schwieriger wird es für Betroffene, sich mit den alltäglichen Problemen der realen Welt auseinander zu setzen", so die Suchtexpertin. Neben vegetativen Symptomen wie Nervosität, Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus steige die Tendenz zu Vereinsamung und Ängsten in "realen" sozialen Beziehungen. Bei Spielverhinderung komme es oft zu aggressiven Ausbrüchen, so Grüsser-Sinopoli.

Im Gegensatz zum Missbrauch von bewusstseinsverändernden Substanzen wie Alkohol, Drogen oder Medikamente werden stoffungebundene Süchte wie exzessive Computer- und Internetnutzung, Glücksspielsucht oder aber auch unkontrollierte Kaufzwänge unter dem Begriff Verhaltenssucht zusammengefasst. Wie in den USA wird die Verhaltenssucht aber auch im deutschsprachigen Raum in den gängigen Klassifikationssystemen psychischer Störungen bisher nicht als eigenständiges Störungsbild beschrieben. Lediglich das "Pathologische (Glücks)Spielen" findet sich in den internationalen Klassifikationssystemen DSM-IV und ICE-10 unter der Kategorie der "Psychischen und Verhaltensstörungen" wieder.

Wie mehrere US-Kollegen plädiert Grüsser-Sinopoli für die Aufnahme derartiger Sucht-Verhaltensweisen in die internationalen Klassifikationssysteme. "Das ist im Sinne einer klaren Diagnose, Therapie und der Verabschiedung von präventiven Maßnahmen, wie wir sie etwa bei der Glücksspielsucht kennen, enorm wichtig." So könne zukünftig auch besser geklärt werden, ob ein süchtiges Verhalten oder lediglich ein exzessives Verhalten über einen gewissen Zeitraum vorliege. In beiden Fällen seien einseitige Verbote - beispielsweise durch das Eingreifen der Eltern bei computerspielenden Kindern und Jugendlichen - aber kein probates Mittel, um das Problem zu lösen. Für Betroffene und Angehörige von Internet- und Computersucht betreibt die ISFB seit dem Jahr 2003 eine telefonische Beratungshotline

Artikel vom 27. Juni 2007

Leon am 19. März 2012:
ehy du dumfpeutel über so was macht mein keine

lisa meiner am 19. März 2012:
computersuchtis sind dume kinder

Lisa am 28. Juli 2011:
Mein Sohn ist Computer süchtig. Er ist sehr agressiv geworden. Was soll ich machen ? Er will nicht mit mir reden?

Snugg am 17. September 2010:
Hallo, ich möchte Eltern, Geschwister und Betroffene vor der suchtmäßigen Nutzung von PC+TV ausdrücklich warnen. Vor allem solche Kinder, die eher sensibel und schüchtern sind und lieber für sich allein sind und dann PC+TV als Rückzugsgebiet nutzen, dürften betroffen sein. Ich selbst bin in der Adoleszenz in eine solche extreme Abhängigkeit geraten und mir sind als Heranwachsender dadurch sehr viele reale Erfahrungen entgangen mit der mir gar nicht richtig bewußt gewesenen heimlichen Folge der Bildung von Ängsten, Vermeidungs- und Rückzugsverhalten und mangelndem Zeitgefühl. Leider war damals in den 80er Jahren das Thema Medien/PC-Sucht noch überhaupt nicht bekannt, was sich hoffentlich bald ändern wird. In den USA gibt es Studien, wonach TV/PC-Sucht depressionsfördernd ist, was ich aus meinen eigenen Erfahrungen leider auch bestätigen kann.

jenny am 11. Juni 2008:
ich finde diesen artikel gut..=) daran sehen die menschen auch mal was es schlechtes am computer spielen oder fernseh guckn habn kann...

 

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